Achskorrekturen (Umstellungs-Osteotomien)

 

 

Manchmal reicht ein Eingriff am Gelenk selbst nicht aus, um den weiteren Verschleiss einzudämmen. Am Kniegelenk ist dies der Fall, wenn die Tragachse des Gelenks nicht durch die Gelenkmitte verläuft. Die Tragachse ist die Achse der Belastung, die von der Mitte des Hüftgelenks zur Mitte des oberen Sprunggelenkes verläuft.

Wenn die Hauptbelastung am Gelenk deutlich von der Mitte abweicht (z.B. «O-Beine»), unterliegt das Gelenk besonders in dem Teil, durch den die Tragachse verläuft, einem erhöhten Verschleiss. Dieser entsteht dadurch, dass das Gelenk durch die Fehlbelastung höheren Kräften ausgesetzt ist, als dies normalerweise der Fall wäre (Abb.1).

Um diese erhöhte Gelenkbelastung und damit den beschleunigten Verschleiss zu stoppen, ohne eine Gelenksprothese einzusetzen, kann man die Beinachse begradigen. Dies wird am Ort der grössten Deformität vorgenommen. Heute wird meistens eine aufklappende Korrektur-Osteotomie am Schienbeinkopf durchgeführt. Die Korrektur wird über die Ausheilungszeit durch ein winkelstabiles und belastbares Implantat gehalten (Abb.2 – 4).

 

Mit der korrigierten Beinachse wird der weitere Verschleiss stark verlangsamt, normalerweise braucht es für lange Zeit (über viele Jahre) keine weiteren Eingriffe. Bei Bedarf kann man diese aber durchführen, auch der Weg zur Prothese steht offen, wenn eine solche später benötigt würde.

 

Die Achskorrekturen sind besonders geeignet für jüngere Menschen mit fortgeschrittenem Gelenkverschleiss aufgrund von Deformitäten.

Abb.1: stark von der Mittellinie abweichende Tragachse

Abb.3: Korrektur der Achse durch aufklappende Osteotomie

Abb.4: Durchleuchtungs-Bild bei der Operation

Abb.2: elektronische Planung der Korrektur:

links "Ist-Zustand", rechts geplante leichte Überkorrektur der Tragachse